Gestern war ich zu Hause und habe weiter aufgeräumt und Sachen sortiert. Ich habe ja schon alles zusammengepackt, was meinem Verlobten gehörte. Je eher daran, dachte ich mir. Und für mich beudeutet es, daß ich meinen Schmerz verlänger, weil ich immer wieder davor stehe und nicht verstehe, daß er nicht gleich nach Hause kommt. So einfach war es dann doch nicht nicht. Ich habe gestern wieder Dinge herausgewühlt, daran gerochen, doch noch etwas für mich eingepackt, was ich noch tragen kann, was mich erinnert und ihn dann doch etwas bei mir läßt. Wir haben einiges zusammen erlebt, Hausbau, Festivals und und und, eigentlich hängt an jedem Stück Erinnerung.
Es war richtig anstrengend, im Haus zu sein hat mir die Traurigkeit und Sinnlosigkeit seines Suizids noch mal verdeutlicht.
Im Auto habe ich erst einen Podcast gehört, dann die Lieder der Trauerfeier.
Keine Tränen.
Heute Morgen war ich traurig und sehr, sehr wütend, weil ich mich jetzt um das Haus alleine kümmern muss. Weil mir das auf einmal weh tut, diese Erkenntnis. Daß eigentlich nichts bin, da wir ja nur verlobt waren. Ich bin wieder in den Wald gelaufen. Das war wie mein Leben: Schlammloch..durch oder drumherum.. Wurzel im Weg... drüber springen.. achtung Ast vorm Gesicht. Doch lieber durch den Schlamm? Egal, wie ich laufe, es ist und bleibt anstrengend und voller Hindernisse. Ich springe darüber oder weiche aus, manchmal trifft es mich auch hart ins Gesicht. Aber auch heute:
keine Tränen.
Als würde ich langsam mit dem Schmerz verwachsen, er ein Teil von mir, der keinen Schrecken mehr macht, an den ich mich gewöhne.
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