Tanz der Trauer
Manchmal wünsche ich, ich könnte das in den dunkelsten Zeiten so sehen. Die Trauer, die mit mir tanzen möchte, hin und her wiegen, drehen bis mir schwindelig ist, mal langsam, mal atemberaubend schnell. Dann würde ich mir vielleicht ein schönes Kleid anziehen, mich in ihre Arme begeben und mich ihr anvertrauen.
Vertrauen. Ein großes Wort, und ein Gefühl, welches durch seinen Suizid so grundlegend erschüttert ist.
Ich wünschte, in den dunkelsten Zeiten könnte ich vertrauen. Daß es wieder besser wird, daß es wieder Tage geben wird, an denen ich so etwas wie einen Lichtfunken sehen kann, eine Ahnung von einer glücklichen Zukunft. Anders, denn die Trauer wird wohl eine Zeit lang mit mir tanzen wollen, aber glücklich. Ich könnte dann Tanz und Tempo bestimmen.
Die letzten drei Tage waren schwer, unendlich schwer auf allen Ebenen. Sitzen und Atmen, mehr ging nicht, zu erschöpft war ich von dem Herumwirbeln. Vom Weinen. Vom Angst haben. Vom Vermissen. Von allem. An nichts war ich emotional oder geistig wirklich beteiligt.
Heute bin ich früh wach, jetzt arbeitet mein Geist auf Hochtouren, überlegt dies und das und jenes. Ein paar Termine stehen an und längere Fahrten, ich freue mich darauf, ein wenig Zeit allein im Auto zu haben, Hörbuch hören und fahren. Ich werde mir nachher den Ruheforst ansehen, anschließend zu unserem, meinem Haus fahren. Das erste Mal seit dem Suizid meines Gefährten alleine, ohne Begleitung.
Ich bin gespannt, ein nächster Schritt.
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