Montag, 23. März 2020

Trauer kann man nicht abarbeiten

Ein Tag zum Abgewöhnen. Immer dunkler wurde es in mir. Meine Freundin hat mich besucht und ich ist nach dem Frühstück gefahren. Wir hatten einen wirklich schönen Abend, nun ereilt mich ohne Vorwarnung die Endgültigkeit seiner Entscheidung. Irreversibel. Ich fühlte mich verloren. Ich ziehe Laufschuhe an und laufe los, Füße in den Boden treten und laufen, rennen um mein Leben. Nach einem ausgedehntem Spaziergang war ich zumindest die Anspannung los und körperlich erschöpft, ich legte mich einfach ins Bett und weinte allen Schmerz, alle Angst aus mir raus Abends bin ich noch mal spazieren gegangen. Mir ist klar geworden, was es bedeutet, das erste Jahr überleben. Der erste Frühling ohne ihn, Sommer, grillen ohne ihn, Herbst, Winter und Weihnachten. Als gäbe es von jetzt an eine neue, oder eine weitere Zeitrechnung: das Jahr zwischen den Todestagen. Ich dachte zum ersten Mal, ich schaffe das nicht. Ich wollte nur, daß der Schmerz geht, der Schmerz, der meinen Solarplexus verkrampft und einen engen Ring um meine Brust legt. Ich wollte nicht "damit arbeiten", ich wollte nur überleben. Die Zeit zurück drehen, aus dem Alptraum aufwachen und weinen und glücklich sein daß mein Gefährte noch da ist und ich einfach nur in seine Arme kann, ihn halten und küssen.
An manchen Tagen geht eben gar nichts. Und auch das ist okay. Trauer und Trauma sind keine Dinge, die man nach Schema F abarbeiten kann.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen