Ich befinde mich derzeit, eigentlich seit meiner letzten Therapiestunde in einer erneuten Welle, mal surfend, mal überwältigt und wie ein japsender Fisch an Land geworfen. Ich steh auf, schüttel mir den Sand ab und betrachte die Schürfwunden, da zieht mir schon die nächste Welle die Füße weg. Manchmal schaffe ich es noch, mir mein kleines Surfbrett zu schnappen.
Es tut weh. Die Endgültigkeit dringt immer weiter an die Oberfläche und bringt Schmerzen mit sich. Er hat sich verändert, oder habe ich mich verändert? Er trägt den Geschmack von Abschied, von endgültigem Abschied und ist weniger verzweifelt und erschreckend als einfach nur tieftraurig. Und auch schön auf eine Art. Er schmeckt wie Pflaumenkuchen im Spätsommer, wenn man noch die allerletzten warmen Tage genießt, die Abende aber schon kühl sind und nach einer Decke verlangen. Wehmütig erkennt man, spürt man, daß man Abschied nehmen muss vom Sommer.
So fühlt es sich an, nur weiß ich, der Sommer, mein Mann, unser gemeinsames Leben, kommt nie wieder. Ein anderer Sommer wird kommen, der liegt noch im Nebel verborgen.
Heute umarme ich mich und meinen Schmerz, weine alles heraus, was kaputt ist. Und lasse mich von der Trauer tragen.
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