Was bleibt übrig von dem Wir-Knäuel, wenn ein Teil so jäh und unverhofft herausgerissen wird? Sich selbst herausschneidet?
Ich war immer so stolz darauf, daß ich trotz einer innigen und liebevollen Beziehung nicht zu einem Wir-Klumpen verbackt bin. Wir liebten uns unbändig, aber nicht in Abhängigkeit. Wie hab ich mir das erkämpft!
Und nun muss ich feststellen, wie wir trotzdem zusammen gewachsen sind in allem, wie sehr wir ein wunderschönes Wir waren. Die abgerupften, abgeschnittenen Bänder bluten und schmerzen in jeder Zelle. Sie suchen nach etwas, einem Halt, einem anderen Faden, blau vielleicht oder rot. Nein, blau war seine Farbe. Da ist nichts mehr. Sie irren verständnislos ohne Orientierung im Raum umher. Ich möchte sie neu ordnen, sortieren, entwirren. Streicheln und kämmen bis sie zu bluten aufhören. Und weiß nicht wie. Ich versuche mich, mal funktioniert etwas, mal nicht. Manchmal geht eine Wunde wieder auf. Ach mein blaues Wollknäuel, Du fehlst.
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