Samstag, 4. April 2020

Schweig still du mein liebes Herz

Schweig still, mein HerzAch mein liebes Herz, könntest du bitte aufhören zu fragen? Sonst müsste ich mit dir in eine dunkle Gasse gehen und dich verkloppen, bis du etwas anderes fragst. Huch, sagst du? Jetzt bist du erschrocken? Ich weiß, mein Herz, ich auch. Die Antwort ist, daß ich dir keine Antwort geben kann auf deine Frage nach dem Warum. Warum ist er weg, warum hat er uns alleine gelassen, warum, warum, warum, warum. Ich weiß es nicht.Warum wir uns dann so schuldig fühlen, fragst Du? Vielleicht fragen wir mal den Verstand? Oder vielleicht guckst du mal tief in dich, in eine deiner schönen Kammern?Ich glaube, es ist womöglich einfacher zu glauben, daß irgendjemand Schuld haben muß, es muß einfach so sein! Es ist einfacher und viel weniger schmerzhaft zu ertragen, als die Erkenntnis, er ist freiwillig von uns gegangen. Die Aussicht auf den Tod erschien ihm verlockender, als wir, unsere Liebe und das gemeinsame Leben. Vielleicht halte ich deswegen an Schuld fest, weil alles andere für dich und mich keinen Sinn macht, mein Herz, und so unvorstellbar scheint.Weinst du, Herz? Komm her, ich halte dich.Ich weine mit dir.

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