Mittwoch, 15. April 2020
Ein Sturm in mir
Heute tanze ich in einem Orkan, wild umherwirbelnd. Meine Gefühle ändern sich minütlich, und ich fürchte da nicht ohne Schleudertrauma herauszukommen. Gestern habe ich mich so gefreut, ich dachte ich koann schon mal normale statt wasserfeste Wimperntusche auftragen. Heute trage ich gar keine. Ich bin gestern den Bogen von dem Psychologen durchgegangen. Trigger! Heute ist Mittwoch, heute vor neun Wochen. Trigger! Ich habe mich nach einer furchtbaren Nacht aufgeklaubt und bin zur Arbeit gefahren. Ich sehe Bilder, spüre den Schmerz, die Hilflosigkeit. Den Schrecken. Durchhalten. Es muss doch möglich sein, irgendwann, dieses Leben, annähernd normal. Heute denke ich, ich weiß nicht, wie ich das schaffen soll. Ohne ihn. Das Vermissen zerreißt mich. Alles in mir wechselt sich ab. Hin und her.
Ich steh das durch. Die Welle surfen.
#starkesmädchen
Mittwoch, 8. April 2020
Was bleibt
Was bleibt übrig von dem Wir-Knäuel, wenn ein Teil so jäh und unverhofft herausgerissen wird? Sich selbst herausschneidet?
Ich war immer so stolz darauf, daß ich trotz einer innigen und liebevollen Beziehung nicht zu einem Wir-Klumpen verbackt bin. Wir liebten uns unbändig, aber nicht in Abhängigkeit. Wie hab ich mir das erkämpft!
Und nun muss ich feststellen, wie wir trotzdem zusammen gewachsen sind in allem, wie sehr wir ein wunderschönes Wir waren. Die abgerupften, abgeschnittenen Bänder bluten und schmerzen in jeder Zelle. Sie suchen nach etwas, einem Halt, einem anderen Faden, blau vielleicht oder rot. Nein, blau war seine Farbe. Da ist nichts mehr. Sie irren verständnislos ohne Orientierung im Raum umher. Ich möchte sie neu ordnen, sortieren, entwirren. Streicheln und kämmen bis sie zu bluten aufhören. Und weiß nicht wie. Ich versuche mich, mal funktioniert etwas, mal nicht. Manchmal geht eine Wunde wieder auf. Ach mein blaues Wollknäuel, Du fehlst.
Ich war immer so stolz darauf, daß ich trotz einer innigen und liebevollen Beziehung nicht zu einem Wir-Klumpen verbackt bin. Wir liebten uns unbändig, aber nicht in Abhängigkeit. Wie hab ich mir das erkämpft!
Und nun muss ich feststellen, wie wir trotzdem zusammen gewachsen sind in allem, wie sehr wir ein wunderschönes Wir waren. Die abgerupften, abgeschnittenen Bänder bluten und schmerzen in jeder Zelle. Sie suchen nach etwas, einem Halt, einem anderen Faden, blau vielleicht oder rot. Nein, blau war seine Farbe. Da ist nichts mehr. Sie irren verständnislos ohne Orientierung im Raum umher. Ich möchte sie neu ordnen, sortieren, entwirren. Streicheln und kämmen bis sie zu bluten aufhören. Und weiß nicht wie. Ich versuche mich, mal funktioniert etwas, mal nicht. Manchmal geht eine Wunde wieder auf. Ach mein blaues Wollknäuel, Du fehlst.
Samstag, 4. April 2020
Schweig still du mein liebes Herz
Schweig still, mein HerzAch mein liebes Herz, könntest du bitte aufhören zu fragen? Sonst müsste ich mit dir in eine dunkle Gasse gehen und dich verkloppen, bis du etwas anderes fragst. Huch, sagst du? Jetzt bist du erschrocken? Ich weiß, mein Herz, ich auch. Die Antwort ist, daß ich dir keine Antwort geben kann auf deine Frage nach dem Warum. Warum ist er weg, warum hat er uns alleine gelassen, warum, warum, warum, warum. Ich weiß es nicht.Warum wir uns dann so schuldig fühlen, fragst Du? Vielleicht fragen wir mal den Verstand? Oder vielleicht guckst du mal tief in dich, in eine deiner schönen Kammern?Ich glaube, es ist womöglich einfacher zu glauben, daß irgendjemand Schuld haben muß, es muß einfach so sein! Es ist einfacher und viel weniger schmerzhaft zu ertragen, als die Erkenntnis, er ist freiwillig von uns gegangen. Die Aussicht auf den Tod erschien ihm verlockender, als wir, unsere Liebe und das gemeinsame Leben. Vielleicht halte ich deswegen an Schuld fest, weil alles andere für dich und mich keinen Sinn macht, mein Herz, und so unvorstellbar scheint.Weinst du, Herz? Komm her, ich halte dich.Ich weine mit dir.
Eigentlich und doch
Eigentlich möchte ich ohne Dich nicht aufstehen, und doch komme ich aus dem Bett.
Ohne Dich möchte ich keinen Tag verbringen. Und doch überlebe ich jeden Tag.
Ich möchte nicht ohne Dich essen. Und doch sehe ich mich Mahlzeiten zubereiten.
Eigentlich möchte ich ohne Dich unsere Serie nicht weitergucken. Und doch habe ich gerade geschaut, was die 8. Staffel GOT kostet.
Ohne Dich möchte ich Andor nicht spielen. Und doch weiß ich, daß man es auch alleine spielen kann.
Eigentlich möchte ich ohne Dich nicht einschlafen, und doch liege ich abends im Bett und schlafe.
Eigentlich schaffe ich das alles ohne Dich nicht. Und doch kämpfe ich, jeden Tag. Und mach mich recht passabel, meine ich.
Eigentlich möchte ich nicht ohne Dich leben. Und doch werde ich älter, Minute um Minute und glaube daran, daß es irgendwann besser ist.
Mittwoch, 1. April 2020
In Geschichten
“Das ist wie in den großen Geschichten, Herr Frodo, in denen, die wirklich wichtig waren. Voller Dunkelheit und Gefahren waren sie. Und manchmal wollte man das Ende gar nicht wissen, denn wie könnte so eine Geschichte gut ausgehen? Wie könnte die Welt wieder so wie vorher werden, wenn so viel Schlimmes passiert ist? Aber letzten Endes geht auch er vorüber, dieser Schatten. Selbst die Dunkelheit muss weichen. Ein neuer Tag wird kommen und wenn die Sonne scheint, wird sie umso heller scheinen. Das waren die Geschichten, die einem im Gedächtnis bleiben, selbst, wenn man noch zu klein war, um sie zu verstehen. Aber ich glaube, Herr Frodo, ich versteh‘ jetzt. Ich weiß jetzt: Die Leute in diesen Geschichten hatten stets die Gelegenheit umzukehren, nur taten sie’s nicht. Sie gingen weiter, weil sie an irgendetwas geglaubt haben! Es gibt etwas Gutes in dieser Welt, Herr Frodo und dafür lohnt es sich zu kämpfen.“
Samweis Gamdschie, Der Herr der Ringe, J. R. R. Tolkien
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